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Rubrik
Protestieren Sie gegen die Tötung von gesunden Geflügeltieren
Seitdem das Vogelgrippe-Virus auch in Deutschland in wild lebenden Vögeln nachgewiesen wurde, werden »vorsorglich« gesunde Hühner und andere Geflügeltiere getötet, obwohl bei ihnen weder die Krankheit ausgebrochen ist noch der Krankheitserreger nachgewiesen wurde. Diese Tötungen sind ethisch nicht zu rechtfertigen und verstoßen gegen das Staatsziel Tierschutz.
Inzwischen ist auch bei einer tot aufgefundenen Katze auf der Insel Rügen das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden. Die »gezielte Bejagung« der Tiere wird diskutiert.
Bitte schreiben Sie an Landwirtschaftsminister Horst Seehofer sowie die für Tierschutz zuständigen Minister der Bundesländer und protestieren Sie gegen die grundlosen Tiertötungen. Fordern Sie, dass frei laufende Katzen und Hunde nicht zum Abschuss freigegeben werden.
Einen Musterbrief sowie die Adressen finden Sie unter dem neben stehenden Link.
Protestieren Sie gegen die brutale Behandlung von Vögeln in der Türkei
Im Fernsehen wurde gezeigt, wie in der Türkei Hühner, Enten, Gänse und Puten in Plastiksäcke gesteckt und lebendig begraben werden. Protestieren Sie bei der Türkischen Botschaft gegen eine solch grausame Art der Tötung! Weisen Sie darauf hin, dass Sie keinen Urlaub in einem Land verbringen werden, in dem derart brutal mit Tieren umgegangen wird.

Schreiben Sie an:

Botschafter der Republik Türkei
Herrn Mehmet Ali Irtemcelik
Runge Str. 9
10179 Berlin
email: turk.em.berlin@t-online.de

Abteilung für Tourismus der Botschaft der Republik Türkei
Runge Str. 9
10179 Berlin
email: info@tuerkei-kultur-info.de

Einen entsprechenden Musterbrief finden Sie über nebenstehenden Link
Vogelgrippe - Fragen und Antworten
Was ist Vogelgrippe?
Welche Tierarten sind betroffen?
Wie äußert sich die Krankheit?
Wo kommt das Vogelgrippevirus her?
Wie wird die Vogelgrippe übertragen?
Welche Rolle spielen Katzen bei der Verbreitung?
Welche Rolle spielen Wildvögel bei der Verbreitung?
Wo tritt die Vogelgrippe auf?
Sind Menschen gefährdet?
Können Menschen sich schützen?
Wie sieht die Rechtslage aus?
Wie werden die Tiere getötet?
Können auch Tauben von Massentötungen betroffen sein?
Warum wird nicht geimpft?
Ist eine Impfung kritisch zu sehen?
Was ist zu tun / zu fordern?
Wo erhalte ich weitere Informationen?


 Was ist Vogelgrippe?


Die Vogelgrippe (auch Klassische Geflügelpest oder aviäre Influenza genannt) ist eine Krankheit, von der vor allem Vögel, insbesondere Geflügeltiere betroffen sind. Sie wird durch Influenzaviren hervorgerufen. Es gibt viele verschiedene aviäre (= Vogel-) Influenzaviren. Vogelgrippe trat erstmals 1878 in Italien auf, ist für Vögel hoch ansteckend und krankmachend und kann 100 % eines Geflügelbestandes innerhalb weniger Tage töten. Die verschiedene Sorten (Subtypen) des Virus werden nach bestimmten Proteinen, »H« und »N«, auf der Virusoberfläche benannt. Bisher wurden alle Epidemien der Vogelgrippe durch die Subtypen H5 und H7 verursacht. Zurzeit steht der Subtyp H5N1 im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Viren vom Typ H5N1 traten erstmals 1997 in Südostasien auf.

 Welche Tierarten sind betroffen?


Die Vogelgrippe kann bei allen Vögeln auftreten, wobei Geflügeltiere, vor allem Hühner und Puten besonders anfällig sind. Wasservögel erkranken seltener und weniger schwer. Die Krankheit kann auch Schweine und Menschen befallen, allerdings unterscheiden sich die Erreger von denen des Geflügels. Offensichtlich sind auch Katzen für das Virus empfänglich.

 Wie äußert sich die Krankheit?


Mit dem Erreger der Geflügelpest angesteckte Hühner und Puten erkranken innerhalb weniger Stunden oder Tage. Sie sind apathisch, haben ein gesträubtes Gefieder, hohes Fieber, Atemnot, Niesen, Ausfluss aus Schnabel und Augen, Durchfall, fressen und trinken nicht mehr. Die Krankheit führt bei ihnen innerhalb weniger Stunden bis weniger Tage zum Tode. Enten und Gänse erkranken weniger schwer. Wildvögel, vor allem Wildenten, sind weitgehend resistent gegen die Erkrankung. Sie können das Virus ausscheiden, ohne selbst zu erkranken, und damit zur Verbreitung des Erregers beitragen.

 Wo kommt das Vogelgrippevirus her?


Der Herd der Vogelgrippe-Seuche liegt in Ostasien. Früher gab es dort überwiegend bäuerliche Landwirtschaft. Die gibt es zwar heute immer noch, doch hat sich in den letzten zehn Jahren die Massentierhaltung massiv ausgebreitet - und damit auch das Virus. Die riesigen Anlagen gelten als Brutstätte für das Vogelgrippevirus. Tiere in der Massentierhaltung haben ein geschwächtes Immunsystem und sind damit eher empfänglich für das Virus - zum einen durch die enge Haltung, zum anderen aufgrund der Art und Weise, wie sie gezüchtet werden. Wenn das Vogelgrippevirus einen solchen Stall erreicht, sind sofort Tausende Tiere befallen. Dadurch breitet sich die Seuche rasant und leicht aus. Auf Geflügelmärkte, die oft unter sehr unhygienischen Umständen stattfinden, haben Geflügeltiere aus herkömmlichen und Intensivhaltungen engen Kontakt und tragen die Seuche weiter. Die Hauptursache für die weltweite Verbreitung ist im globalen Warenverkehr und in den Tiertransporten zu sehen, die es vor hundert Jahren in dieser Form nicht gab. Denn mit den Tieren, ihren Produkten oder ihrem Fleisch werden die Viren gleich weltweit mitverschickt.

 Wie wird die Vogelgrippe übertragen?


Die Viren werden mit dem Kot und Ausfluss aus Augen und Schnabel ausgeschieden. Andere Tiere stecken sich bei direktem Kontakt mit den Ausscheidungen an. Bei der heutigen Massentierhaltung und dem engen Kontakt, den die Tiere untereinander haben, breitet sich die Seuche innerhalb eines Bestandes rasend schnell aus. Die Übertragung von Hof zu Hof erfolgt durch den Handel mit Tieren sowie kontaminierte Schuhe, Kleidung, Gerätschaften, Fahrzeuge usw. Die Viren können auch im Staub durch die Luft verbreitet und eingeatmet werden. Nagetiere können verunreinigtes Material von Hof zu Hof tragen.

Besonders problematisch sind Märkte, wo Geflügeltiere direkten Kontakt mit Tieren anderer Bestände haben. Reisende können den Erreger an ihrer Kleidung unabsichtlich in andere Länder einschleppen.

Die größte Risikoquelle für die Verbreitung der Vogelgrippe ist aber der globale Tierhandel, also Tiertransporte, vor allem illegale Geflügelimporte und Schmuggel mit Wildvögeln.

Wildvögel, insbesondere Wasservögel, können zwar auch erkranken, gelten aber vorwiegend als so genanntes »Reservoir«; das heißt, sie erkranken oftmals selbst nicht oder kaum, können Viren aber mit dem Kot ausscheiden. Bei Kontakt von solchen Trägern mit Hausgeflügel kann es zu einer Übertragung kommen. Um die Vogelgrippe auszulösen, muss sich der Erreger durch Veränderung seines Erbgutes aus einer harmlosen in eine aggressive Form verwandeln (mutieren). Solche Mutationen können auch den Übergang auf andere Tierarten und den Menschen ermöglichen.

Für ein Überspringen des Vogelgrippe-Virus auf den Menschen ist ein intensiver Kontakt mit erkrankten Vögeln notwendig. In den bislang dokumentierten menschlichen Todesfällen lebten Menschen und Geflügel unter einfachsten hygienischen Bedingungen zusammen oder die Personen hatten beruflich engen Kontakt mit Geflügel.

 Welche Rolle spielen Katzen bei der Verbreitung?


In den vergangenen Jahren starben in Asien mehrere Großkatzen, die in Zoos mit H5N1-infiziertem Geflügel gefüttert worden waren. Der im Februar und März 2006 auf Rügen gestorbene Katzen haben sich vermutlich durch Verzehr toter, an Vogelgrippe gestorbener Wildvögel angesteckt. Eine Ansteckung von Katze zu Katze oder von der Katze auf den Menschen ist bislang nicht nachgewiesen worden. Es besteht überhaupt kein Grund, den Kontakt zu Katzen zu meiden oder streunende Katzen gar zum Abschuss frei zu geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine gesunde, normal ernährte Katze sich an Wildvögeln ansteckt ist extrem gering. Einzig in Gebieten mit schießwütigen Jägern, die jetzt einen zusätzlichen Vorwand für ihr Tun haben, sind Katzen in Gefahr. Herrenlose Katzen, die von Anwohnern gefüttert werden, sollten auch weiterhin betreut werden, denn damit sinkt das Risiko, dass die Tiere möglicherweise infizierte Wildvögel fressen.

 Welche Rolle spielen Wildvögel bei der Verbreitung?


Wildvögel werden gern zum Sündenbock gemacht. Die Gefahr, die von ihnen ausgehen soll, wird völlig übertrieben. Es muss berücksichtig werden, dass infizierte Wildvögel durch den rasanten Verlauf der Erkrankung gar nicht mehr in der Lage sind, große Strecken zu fliegen und damit das Virus weiterzutragen. Wer weiß, ob das Virus nicht schon länger in Deutschland existiert. Tote Wildvögel hat es am Ende des Winters schon immer gegeben, nur wurden sie bislang nie untersucht. Jetzt wird aus jedem toten Vogel eine Schlagzeile gemacht. Die tatsächliche Gefahr liegt in den Massentierhaltungen und Tiertransporten (siehe auch die Frage »Wo kommt das Vogelgrippevirus her?«).

 Wo tritt die Vogelgrippe auf?


Anzahl und Schwere der Seuchenausbrüche haben in den letzten Jahren zugenommen. In Europa waren die letzten Epidemien 1999/2000 in Italien (H7N1) und 2003 in den Niederlanden, Belgien und Deutschland (H7N7). Seit Ende 2003 grassiert die Vogelgrippe in elf Ländern Südostasiens (H5N1) und ist in dieser Region bis heute noch nicht getilgt. Im Jahr 2004 gab es außerdem -Vogelgrippeausbrüche in Pakistan (H7N3), Texas, USA (H5N2), Kanada (H7N3) und Südafrika (H5N2). Seit Sommer 2005 greift das Virus in Südostasien wieder verstärkt um sich. Inzwischen sind auch zahlreiche europäische Länder betroffen.

Die Vogelgrippe tritt vor allem in Gebieten mit besonders hoher Dichte von Geflügelbeständen auf. Das Virus kann sich hier nicht nur schneller verbreiten, es hat auch die Möglichkeit sich von einer harmlosen in die aggressive Variante zu verwandeln (zu mutieren). Quelle von Ausbrüchen sind häufig asiatische Länder mit ihren zahllosen Geflügelmärkten.

 Sind Menschen gefährdet?


Das Infektionsrisiko für Menschen ist derzeit gering und beschränkt sich auf Personen, die sehr engen, direkten Kontakt mit kranken oder an Vogelgrippe gestorbenen Tieren oder deren Ausscheidungen haben. Im Ansteckungsfall kommt es normalerweise nur zu Bindehautentzündungen oder zu grippeähnlichen Symptomen. In seltenen Ausnahmefällen können auch schwere Lungenentzündungen mit Todesfolge auftreten. Die erste dokumentierte Infektion von Menschen mit aviären Influenzaviren trat 1997 in Hongkong auf. Der Subtyp H5N1 rief in 18 Fällen Atemwegserkrankungen hervor, sechs Menschen starben. In den Jahren 2005/2006 gab es bislang einige Todesfälle bei Menschen inasiatischen Ländern. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind beim Vogelgrippevirus bisher, abgesehen von einem einmaligen Fall in Thailand, noch nicht aufgetreten. Die Gefahr wird in den Medien oft übertrieben dargestellt.

Es wird aber befürchtet, dass ein Abkömmling dieses Virus es »lernt«, von Mensch zu Mensch zu springen. Dies könnte passieren, wenn die Influenzaviren der Vögel auf die des Menschen treffen und sich mit ihnen vermischen. Eine gleichzeitige Infektion einer Person mit Vogel- und Menschengrippeviren birgt also das Risiko eines Austauschs des genetischen Materials und damit der Entstehung eines neuen, gefährlichen Virus. Die Pandemien (weltweite Seuchenzüge) von 1957 und 1968 wurden durch solche »vermischten« Influenzaviren ausgelöst. Es wird angenommen, dass hierbei das Schwein als »Mischgefäß« eine Rolle spielte. Ein Wechsel der Viren über die Artengrenze zum Menschen ist am ehesten beim Schwein möglich.

Seuchenzüge von Menscheninfluenza-Viren sind seit Jahrhunderten bekannt und haben Millionen Menschenleben gefordert. Die schwerste Pandemie grassierte in den Jahren 1918 bis 1919 und kostete weltweit 40 bis 50 Millionen Menschen das Leben. Die Erreger konnten direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Weltweit sind weniger als 200 Fälle bekannt, bei denen sich Menschen mit dem derzeit kursierenden H5N1-Virus angesteckt haben. An den Folgen von grippalen Infekten, die durch Menscheninfluenza-Viren ausgelöst werden, sterben jedoch allein in Deutschland alljährlich zwischen 10.000 und 20.000 Menschen. Wäre das Vogelgrippe-Virus hochinfektiös für den Menschen, gäbe es bereits Millionen Tote.

 Können Menschen sich schützen?


Weltweit bunkern Länder das Grippemittel Tamiflu, um im Ernstfall gewappnet zu sein. Einige Bundesländer wurden gar kritisiert, weil sie nicht genügende Mengen des Medikamentes lagern würden. Von solchen Maßnahmen profitiert der Hersteller Roche und sonst niemand. Ob das Mittel gegen den Erreger wirken wird, ist ungewiss, schließlich handelt es sich um ein Virus, dessen Eigenschaften erst bekannt sein werden, nachdem es auf den Menschen übergesprungen ist. Gewiss ist allerdings, dass es in Japan nach Tamiflu-Einnahme zu Todesfällen, zum Teil durch Selbstmord, gekommen ist. Eine prophylaktische Einnahme von Tamiflu oder einem anderen Grippemittel Relenza ist gar kontraproduktiv, da auf diese Weise resistente Viren herangezüchtet werden könnten. Da das Virus noch nicht bekannt ist, lassen sich auch noch keine Impfstoffe entwickeln.

Insgesamt gesehen gibt es keinen Anlass zur Panik. Die Angst, die vielfach durch die Medien geschürt wird, ist vollkommen unberechtigt. Menschen haben sich bislang nur durch engen Kontakt mit infizierten Geflügeltieren angesteckt, indem sie unter unhygienischen Verhältnissen mit ihnen unter einem Dach lebten oder beruflich mit Geflügel zu tun haben. Von Ziervögeln und Hauskatzen geht keine Gefahr für den Menschen aus. Sich seiner Tiere durch Abgabe, Aussetzen oder gar Töten zu entledigen, um sich vorgeblich gegen eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus zu schützen, ist tierschutzwidrig und entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage.

 Wie sieht die Rechtslage aus?


Die Geflügelpest ist nach den Richtlinien des Internationalen Tierseuchenamtes (OIE) eine anzeige- und bekämpfungspflichtige Tierseuche. In Deutschland sind die durchzuführenden Maßnahmen in der Geflügelpest-Verordnung geregelt. Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung werden von staatlicher Seite angeordnet. Bei Ausbruch werden Geflügeltiere eines betroffenen Betriebes getötet und »unschädlich beseitigt«. Behandlungsversuche sind verboten. Der Hof wird anschließend desinfiziert. Um den Hof herum werden Sperr- und Beobachtungsbezirke eingerichtet, um den Verkehr von Menschen, Tieren und Gegenständen zu unterbinden bzw. zu überwachen. Auch in Verdachtsfällen kann eine Tötung ganzer Geflügelbestände angeordnet werden.

Zur Vorbeugung der Einschleppung können verschiedene Maßnahmen erlassen werden:
Importverbote von Geflügel, Geflügelfleisch, Eiern aus betroffenen Ländern
zwangsweise Stallhaltung von Freilandgeflügel.

 Wie werden die Tiere getötet?


Die Richtlinien des Internationalen Tierseuchenamtes (OIE) schreiben eine »humane« Tötung vor. Für Geflügeltiere sind folgende Tötungsmethoden erlaubt:
Bolzenschuss (Betäubung)
Elektrozange (Betäubung)
Elektrisches Wasserbad (Betäubung)
CO2 (Betäubung und Tötung)
Stickoxid (Betäubung und Tötung)
Injektion eines Tötungsmittels (Betäubung und Tötung)
Betäubungsmittels über Futter oder Wasser mit anschließender Tötung.

Bei Massentötungen besteht immer das Risiko, dass Tiere nicht ausreichend betäubt und noch lebend »entsorgt« werden. Allerdings gelten bei uns auch im Seuchenfall die gleichen Vorschriften hinsichtlich der Betäubung vor dem Töten der Tiere wie auch sonst und es sind im Rahmen des deutschen Rechts keine Ausnahmen vorgesehen. Aus Asien werden besonders grausame Tötungsmethoden, wie Verbrennen, Begraben oder Ertränken bei lebendigem Leib, berichtet.

 Können auch Tauben von Massentötungen betroffen sein?


Theoretisch gesehen könnten auch Massentötungen von Tauben angeordnet werden, praktisch ist dies jedoch unwahrscheinlich. Tauben sind weit weniger empfänglich als Hühner und Puten. Das Verbreitungsrisiko des Erregers durch Tauben wird als gering angesehen, zumal frei lebende Tauben sehr ortsgebunden sind.

 Warum wird nicht geimpft?


Nach der derzeitigen Gesetzeslage ist die Impfung gegen Geflügelpest in der EU verboten. Eine Ausnahme gibt es für Norditalien, wo seit 2000 ein Impfprogramm läuft, nachdem es trotz massiver Tötungsmaßnahmen erneut zu Ausbrüchen gekommen war. Dabei wird ein Impfstoff eines anderen Subtyps verwendet, um geimpfte von infizierten Tieren unterscheiden zu können. Die Impfung verhindert zwar weitgehend eine Erkrankung der Tiere, jedoch nicht vollständig eine Ausscheidung des Erregers und damit dessen Verbreitung.

Es stehen verschiedene Influenza-Impfstoffe zur Verfügung, die bei Geflügel gegen H5N1-Virus eingesetzt werden können. Das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems entwickelte einen neuartigen Markerimpfstoff, bei dem geimpfte und infizierte Tiere mit einem einfachen Test unterschieden werden können.

Das Impfverbot in der EU wird damit begründet, dass auf diese Weise eine vollständige Tilgung des Erregers zumindest zurzeit nicht möglich sei. Hauptsächlich stecken aber wirtschaftliche Gesichtspunkte dahinter: Geimpfte Tiere, die nicht klar von kranken Tieren zu unterscheiden sind, können nicht exportiert werden.

In China und anderen südost-asiatischen Ländern wird in manchen Regionen flächendeckend gegen Geflügelpest geimpft. Ziel ist hierbei eine Reduzierung der Erregerdichte.

 Ist eine Impfung kritisch zu sehen?


Die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen ist nach der derzeitigen Gesetzeslage und dem Stand der Wissenschaft mit sehr vielen, qualvollen Tierversuchen verbunden. Zur Testung der Wirksamkeit werden Vögel mit dem potentiellen Impfstoff behandelt. Eine Kontrollgruppe von Tieren erhält nur eine wirkungslose Substanz injiziert. Werden nun alle Tiere mit dem Erreger infiziert, erkranken und sterben die Kontrolltiere. Die geimpften Tiere können je nach Dosierung und Wirksamkeit der Testvakzine ebenfalls erkranken. Nach seiner Zulassung wird jede Charge (Produktionseinheit) erneut an Tieren getestet.

Gewiss könnten Impfungen nach Lage der Dinge viel Tierleid (Erkrankung und/oder Keulung von Tieren) verhindern, aber man muss sich dessen bewusst sein, dass Impfungen auch ein System der Tierhaltung stabilisieren, das auf Tierleid beruht und das wir aus diesem Grunde ablehnen.
Weder Impfungen noch »Keulungen« packen das Problem an der Wurzel. Die Ursachen für die verstärkt auftretenden, globalen Seuchenzüge liegen im System begründet, in der Art und Weise, wie wir mit Tieren umgehen.

 Was ist zu tun / zu fordern?


Während der Vogelzug-Saison und in Gebieten erhöhten Risikos ist ein Einstallungsverbot von "Mastgeflügel" zu fordern. Das heißt, dass in einem Stall nach Beendigung eines Mastdurchganges für eine gewisse Zeit keine neuen Küken mehr hineinkommen, sondern dieser leer bleibt. Auf diese Weise könnte die "Tierdichte" in manchen Regionen heruntergefahren und somit die Gefahr der Ausbreitung der Seuche reduziert werden. Man mache sich klar, dass z. B. ein Hähnchenstall ein offenes Pulverfass darstellt: Wenn es ein Virus schafft, ein Tier zu infizieren, dann sind kurz danach alle Tiere im Stall infiziert, während die Lüftungsanlagefür eine "optimale" Verteilung der Viren in die Umgebung sorgt.

Eine weitere Forderung ist, dass alle Aktivitäten, die eine Intensivierung der Flughäufigkeit von Vögeln zur Folge haben, nach Möglichkeit zu vermeiden sind. Das bezieht sich beispielsweise auf die Jagd. Insbesondere ist jegliche Jagd mit oder von Vögeln zu verbieten einschließlich der letalen und nicht-letalen Vergrämung von Kormoranen. Das bezieht sich aber auch auf den Brieftauben-»Sport«.

Weiterhin ist ein dauerhaftes Importverbot lebender Wildvögel in die EU zu fordern. Massentötungen, Impfungen, »Stallpflicht« und andere Maßnahmen kratzen nur an der Oberfläche des Problems. Die Ursachen der immer häufiger werdenden Pandemien sind systemimmanent. Vor allem die südostasiatischen Länder mit ihren boomenden Massentierhaltungen und -märkten sind Ausbruchherde und Schmelztiegel für Epidemien aller Art. Weltweite Tiertransporte sowohl von »Nutz« -tieren als auch Wildtieren führen dazu, dass eine regional beschränkte Seuche innerhalb kurzer Zeit über den ganzen Erdball verbreitet wird. Noch so ausgeklügelte Maßnahmen können nicht davor schützen, dass es auch in Deutschland zu Tierseuchenausbrüchen kommt. Die Tiere eines betroffenen Betriebes werden dann alle getötet. In Asien werden oftmals sogar prophylaktisch ganze Regionen »gekeult«. So wurde 1997 in Hongkong innerhalb von drei Tagen die gesamte Geflügelpopulation von 1,5 Millionen Tieren umgebracht. Das H5N1-Virus hat bislang mehreren Hundert Millionen Tieren das Leben gekostet.

Es kann nicht angehen, dass Abermillionen fühlender und leidensfähiger Mitgeschöpfe auf oftmals grausame Weise getötet werden für den kläglichen Versuch, ein selbstgemachtes Problem in den Griff zu bekommen. Dies ist nicht nur ethisch nicht zu rechtfertigen, sondern wird auch nicht zum Erfolg führen. Letztendlich birgt dieses System auch immer die Gefahr des Überspringens von gefährlichen Erregern auf den Menschen.

Einziger Ausweg aus der Sackgasse ist eine Veränderung unserer Lebensweise. Eine drastische Reduzierung des Konsums von Geflügelfleisch und Eiern - um die Tierdichte herunterzufahren - sowie der Tiertransporte und des globalen Handels mit Tieren und ihren Produkten sind notwendig, um die weltweite Verbreitung der Vogelgrippe zu unterbinden. Noch besser ist eine vegetarische oder vegane Ernährung, denn damit tun wir nicht nur uns selbst und unserer Gesundheit gut, sondern tragen zu einer Verminderung millionenfachen Tierelends bei.

 Wo erhalte ich weitere Informationen?


Offizielle Institutionen

Startseite Bundeslandwirtschaftsministerium mit Hotline
http://www.bmelv.de

Presseerklärung der Bundestierärztekammer zum Katzenthema
http://www.bundestieraerztekammer.de/btk/ pressestelle/pressemitteilungen/pm5-06inter.htm

Friedrich-Löffler-Institut
http://www.fli.bund.de

Bundesinstitut für Risikobewertung
http://www.bfr.bund.de/cms5w/sixcms/detail.php/7514

Interessante Zeitungsartikel

Von der Vogelgrippe und einer Wahnsinnsinsel - ein interessanter Artikel
http://www.saar-echo.de/de/prt.php?a=31019

Hurra, wir leben noch! Interessanter Artikel über die Ursachen der Vogelgrippe
http://www.kn-online.de/artikel/1808320

Die Seuche aus der Hühnerfabrik
http://www.ftd.de/forschung/53222.html

Andere interessante Seiten

Vogelgrippe - im System begründet
Im »Magazin« der Datenbank Tierversuche www.datenbank-tierversuche.de

News
http://tiernetz.blogspot.com

Impfkritik
http://www.impfkritik.de/grippe/index.php

Die gesellschaftliche Komponente der Vogelgrippe
http://www.wsws.org/de/2006/jan2006/grip-j26.shtml

Die zentrale Rolle der Geflügelindustrie in der Vogelgrippekrise
http://www.huehner-info.de/vogelgrippe/vogelgrippe-GRAIN-feb2006.html

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 30. Juli 2010
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