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Foto:
Ka Leung Wong, Fotolia.com
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Tier des Monats im Mai 2010:
Der Affe

Affen faszinieren den Menschen seit jeher. Mit ihren nach vorne gerichteten Augen, den nackten Gesichtern und einer umfangreichen Gesichtsmimik erscheinen sie uns manchmal sehr menschlich Gerade die nahe Verwandtschaft zum Menschen hat dazu geführt, dass viele dieser Tiere in Tierversuchen eingesetzt werden. Im Folgenden werden die Makaken, aber auch die anderen Affenarten, näher vorgestellt.

 Abstammung

Die Ordnung der Primaten steht den Menschen am nächsten. 360 Arten sind bekannt. Primaten sollen nach neueren Untersuchungen vor etwa 50 bis 100 Millionen Jahren entstanden sein, also in der Kreidezeit, als es noch Dinosaurier gab.

Schon in der Antike gab es Darstellungen von Affen, auch als Götter. Bei den Hindus in Indien gelten z. B. Rhesusaffen noch heute als heilig. Gerade die relativ nahe Verwandtschaft zum Menschen hat dazu geführt, dass viele dieser Tiere in Tierversuchen eingesetzt werden und in Versuchslabors ihr Dasein fristen müssen - unter tierwidrigen Bedingungen und fernab der eigentlichen Heimat. Zwar verzichten Wissenschaftler seit 1992 hierzulande auf den Einsatz von Menschenaffen wie z. B. Schimpansen. Javaneraffe, Rhesusaffe, die Afrikanische Grüne Meerkatze und der Pavian werden jedoch häufig in Tierversuchen eingesetzt.

 Berberaffen auf Gibraltar

Die Berberaffen auf den Felsen von Gibraltar wurden vermutlich von englischen Matrosen ausgesetzt. Seit zwei Jahrhunderten wacht das britische Militär über das Wohlergehen dieser Makakenart. Die strategische Bedeutung Gibraltars für Großbritannien ist mittlerweile nicht mehr gegeben. Die Population der Affen ist derweil auf ca. 200 bis 240 Tiere angewachsen und nicht selten kommt es zu einigen Komplikationen zwischen fütternden Touristen und den Berberaffen, welche die Besucher bestehlen und deren Autos ausplündern.

 Aussehen und Erscheinung

Der lateinische Name der Altweltaffen, Catarrhini, soll sich von den Nasenlöchern ableiten, die dicht nebeneinander angeordnet und nach unten gerichtet sind. Die geschwänzten Altweltaffen nutzen den Schwanz nicht zum Greifen, sondern zum Halten der Balance. So laufen und rennen die Makaken in den Bäumen, sie haben in etwa gleich lange Arme und Beine. Die Tiere sind meist graubraun, braun oder rötlich-braun, sie können aber auch schwarz gefärbt sein. Die Gesichter sind haarlos und manchmal gefärbt. Einige Arten haben Kappen oder zumindest einen Schopf auf dem Kopf, wie der Javaneraffe, oder Bärte, wie der Bartaffe. Die Hände sind wie die Füße und Gesicht unbehaart, jedes Tier trägt wie der Mensch einen individuellen Fingerabdruck.

 Verhalten

Makaken leben sowohl am Boden als auch in den Bäumen. Der vergleichsweise grazile und leichte Javaneraffe wiegt etwa fünf Kilogramm - also ungefähr so viel wie eine schwere Katze. Er lebt in erster Linie in der unteren Kronenschicht von Bäumen mit dichtem Bewuchs. Makaken sind Allesfresser, fressen aber vor allem Früchte und verschmähen auch Blätter, Blüten und Samen sowie Krabben oder kleine Wirbeltiere und Insekten nicht. Javaner leben gerne an Flüssen und Seen, in Mangrovenwäldern und an der Meeresküste, fischen in Bächen und Flüssen, schwimmen geschickt und tauchen gut nach Krebstieren. Sie leben in Gruppen von etwa 50 bis 100 Tieren. Die Größe des Streifgebietes einer Gruppe kann 40 bis 100 Hektar betragen. Tagsüber legen die Tiere Wegstrecken bis zu etwa einem Kilometer zurück. Sie können bis etwa 30 Jahre alt werden, andere Affenarten sogar noch älter.

 Zusammenleben

Nach spätestens acht Lebensmonaten kennt jeder Affe in der Gruppe jeden anderen persönlich. Die frühe Mutter-Kind-Beziehung ist äußerst eng. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter bleibt ein Leben lang enger als jede andere Dauerbeziehung. Die gegenseitige Fellpflege gehört zum täglichen Leben in der Affengruppe. Eine Mutter mit Säugling bildet oft den Ausgangspunkt für eine größere Pflegegruppe. Doch auch Konflikte kommen vor. Beim Drohen ist der Handelnde entweder überlegen oder fühlt sich durch Unterstützer sicher, mitunter appelliert der Drohende an andere Individuen und fordert Unterstützung. Dabei werden die Ohren angelegt, die Augenlider gesenkt und laut gegrunzt, dieses auffallende Verhalten soll die anderen zur Mit-Aggression veranlassen.

 Einsatz von Affen in Tierversuchen

Die nahe Verwandtschaft der nichtmenschlichen Primaten zu uns Menschen ist der Grund dafür, dass Affen für bestimmte Bereiche der biomedizinischen Forschung herangezogen werden. Die Einsatzgebiete für Affen in der Forschung sind immer noch vor allem die Bereiche Neurobiologie und Neurophysiologie, Virologie und Xenotransplantation (Verpflanzung von Organen oder Geweben einer Art auf eine andere, also z. B. von Tieren auf Menschen).

Die Anzahl der in Tierversuchen eingesetzten Altweltaffen schwankt von Jahr zu Jahr und beträgt etwa zwischen 1.000 und 1.800 Tieren jährlich. Über einen längeren Zeitraum betrachtet (Trendlinie) ist die Zahl jedoch ansteigend.

Ausführliche Informationen zur Tierversuchsstatistik mit Altweltaffen

 Beispiele für Tierversuche an Affen

In der Hirnforschung müssen die Tiere stundenlang am Kopf fixiert in sogenannten Primatenstühlen sitzen und Aufgaben an einem Bildschirm lösen. Über Elektroden im Gehirn werden die Hirnströme gemessen. Ein monatelanges Training ist erforderlich, damit die Tiere wissen, was sie tun sollen. Sie machen nur mit, weil sie vor den Experimenten dursten müssen und für »richtig gelöste« Aufgaben Flüssigkeit bekommen. In anderen Versuchen werden den Tieren Substanzen verabreicht, um deren mögliche Nebenwirkungen herauszufinden, die Tiere werden mit Erregern infiziert oder zum Zweck der Organtransplantation operiert.

 Die Genehmigung von Affenversuchen in der Hirnforschung

In einigen Städten wurden Tierversuche an Affen in der Hirnforschung nicht mehr genehmigt, so in München, Berlin und Bremen. In Bremen ist das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen, da der Experimentator gerichtliche Schritte gegen die nicht mehr erteilte Genehmigung der Versuche eingelegt hat.

 Beispiele für Alternativmethoden zu Affenversuchen

Moderne Techniken wie z. B. bildgebende Verfahren können ohne Beeinträchtigungen direkt am Menschen eingesetzt werden, um Untersuchungen zu machen oder wissenschaftliche Fragestellungen zu beantworten. Auch In-vitro-Verfahren an Zellen oder Geweben können Tierversuche ersetzen.

 Statement des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte zu Tierversuchen

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte lehnt Tierversuche aus ethischen, medizinischen und methodischen Gründen ab
Ausführliche Begründung dieses Standpunkts

 Gesamter ausführlicher Text zum Tier des Monats im Mai 2010: Der Affe

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 8. September 2010
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