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Wildtiere
Südafrika beschließt Abschuss von Elefanten
Nach weltweiten Protesten war der Abschuss von Elefanten in den südafrikanischen Nationalparks 1994 verboten worden. Dies soll sich nun ändern. Umweltminister Marthinus van Schalkwyk stellte am 25.02.08 einen Rahmenplan für den Umgang mit den Dickhäutern vor, der das Culling, das Töten ganzer Herden, unter Auflagen zulässt. Offizielle Begründung ist, dass sich die Elefantenherden zu stark vermehren und so zu einer ökologischen Belastung würden. Wissenschaftler sehen dies anders. In einer Stellungnahme des Amboseli Elephant Research Project wird das Culling nicht nur als rückschrittlich, ineffektiv und unethisch bezeichnet, es ist nach Meinung der Elefantenforscher auch aus ökologischer Sicht verfehlt. Sie fordern stattdessen, alle anderen Möglichkeiten wie Umsiedlung, Geburtenkontrolle, die Vergrößerung bzw. Verbindung der Parks sowie die Ausweisung von Schutzzonen für andere Arten zu nutzen. Für Dr. Daphne Sheldrick, anerkannte Elefanten-Expertin und Gründerin der Elefanten-Aufzuchtstation David Sheldrick Wildlife Trust, ist der Plan der südafrikanischen Regierung keine Überraschung. Sie sieht hinter der Regelung kommerzielle Interessen, denn China, Japan und sogar die USA hätten großes Interesse an afrikanischem Elfenbein. Auch Sie hält das Töten ganzer Herden nicht nur für inhuman und brutal, sondern auch für ungeeignet zur Regulierung der Bestände. Die Populationsentwicklung im Tsavo National Park in Kenia habe gezeigt, dass das Ökosystem die Bestände durch natürliche Selektion selbst regelt. Hinzu käme, dass durch den erlaubten Abschuss höchstwahrscheinlich auch die illegale Wildererei wieder zunehmen würde.
Hier lesen Sie auch eine Stellungnahme führender Elefantenexperten zum Thema (in englischer Sprache).
Interview
Die Pläne der Südafrikanischen Regierung, das Culling, das Töten ganzer Herden, zur Regulierung der Elefantenbestände wieder einzuführen, trifft nicht nur bei Tierschützern auf Ablehnung. Lesen Sie hier ein Interview mit der Wildtierärztin und Naturschützerin Dr. Sybille Quandt über das Culling, scheinbare Überpopulationen im Krügerpark, ungenutzte Elefantenschlachthäuser, den Elfenbeinhandel bei ebay, Geburtenkontrolle bei Elefantenkühen und über die Bedeutung weiterer Forschungsarbeiten zur Lösung der Probleme.
So können Sie aktiv werden:

 Muster-Email

Protest gegen das »Culling« richten Sie per Email an Minister Van Schalkwyk:
ministry@deat.gov.za, raucamp@deat.gov.za


Dear Minister Van Schalkwyk,

was shocked to hear that South Africa considers culling is an acceptable method of controlling the population of elephants. I urge you to imploy only ethical and scientifically sensible instruments which where proposed for example by the scientist of the Amboseli Elephant Research Project. These are for example: the reduction of water holes, which were artificially created, the opening of migration corridors, the development of regional wildlife-conservation programs, contraception and the implementation of nonlethal deterrents to exclude elephants from vulnerable areas. Apart form this, please consider that reintroducing of the culling of elephants will create markets for ivory and may give rise to illegal poaching.

Yours sincerely,


Ihr Name, Ihr Land

Verhaltensempfehlungen bei Reisen
Kaufen Sie kein Elfenbein und andere Elefantenprodukte und klären Sie andere auf, dass der Kauf in den meisten Fällen, den gewaltsamen Tod der Tiere bedeutet.

Berücksichtigen Sie schon bei der Reiseplanung, wie Tiere in dem Reiseland behandelt werden. Problematisieren Sie dies gegenüber Reisebüro und Reiseveranstalter.

Seien Sie kritisch bezüglich des Umgangs mit Tieren im Urlaubsland. Wenn Sie Misshandlungen von Tieren erleben, beschweren Sie sich bei Ihrem Reiseveranstalter, dem Fremdenverkehrsverein und der Botschaft des Reiselandes.

Seien Sie vorsichtig mit touristischen Attraktionen wie Elefantenreiten oder dem Füttern von Elefanten. In Thailand beispielsweise sind bettelnde Elefanten eine lukrative Einnahmequelle. Die Touristen zahlen Geld - als Gegenleistung dürfen sie die Tiere mit Blättern füttern. Dies führt dazu, dass immer mehr Elefanten in den Städten auftauchen. Dies ist mit großem Tierleid verbunden. Es passieren immer mehr Verkehrunfälle mit Elefanten, die Tiere werden unter Drogen gesetzt, um Lärm und Stress in der Stadt zu ertragen und müssen oft stundenlang an ungeeigneten Plätzen wie unter Autobahnbrücken warten.

Besuchen Sie nur Einrichtungen, die sich dem Tier- und Artenschutz verschrieben haben.

Bei Fotosafaris in Nationalparks achten Sie darauf, dass der Fahrer nicht zu nah an die die Herde heran- oder hineinfahrt. Der Wagen darf nicht zwischen Kühe und Junge geraten.

Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Diese Seite generiert am 10. März 2010
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